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   Sun Wukong



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Alles Täuschung

Es gibt hier keine Zentren. Niemand steht im Zentrum von Etwas. Jeder Andere stellt sich (so glaube ich) ins Zentrum seines eigenen Kosmos und negiert damit die Kosmen und Realitäten aller Anderen. Es gibt den Menschen als solches nicht. Mensch ist nur eine Bezeichnung für etwas Bestimmtes, das nur im Bereich der Bezeichnenden und des zu Bezeichnenden existiert. Darüber hinaus hat der Begriff Mensch keine Realität.

Alles was erlebbar ist sind höchswahrscheinlich Vielheiten, Schwärme, Funktionsgruppen (etc.), die in ihrem Zusammenspiel die Täuschung des Individuellen, Separaten, Einzelnen aber auch Ganzen erzeugen. Es gibt kein Ganzes. Alles ist Teil von Etwas und dieses wiederum ein Teil von etwas Weiterem.

Eigentlich gibt es mich nicht. Ich bin bloß eine Geschichte, die ich mir Tag für Tag neu erzähle, die mir durch mein nichtexistentes Selbst erzählt wird. Wer ist der Erzähler und wer erzählt?

Eigentlich nur eine Kettenreaktion, welche andere Kettenreaktionen in einer Art bifurkativen Verzweigung, Verästelung und Überlappung beeinflußt oder auch auslöst.

Da gibt es kein selbstbestimmtes Wesen, da gibt es nur fließen, strömen, fluktuieren und Intentionen, die dafür sorgen, das man sich nicht zuviel antut.

Wer steuert dieses „Mich“? Ich? Nee. Beim besten Willen nicht. Ich gehe in die Stadt, um einzukaufen. Vielleicht hab ich einen Plan, einen Algorithmus, einen Einkaufszettel, wie ich erfolgreich vorgehen werde. Auf dem Weg zur ersten Etappe meines Weges verändert sich dieser Algorithmus auch schon. innere und äußere Stimuli, Bewegungen treten vermehrt auf. Ich trete in den Bereich der assoziativen Lockerung ein oder besser, der kognitive Algorithmus verliert seine Konsistenz, zerfließt, bekommt Löcher. Unwillkürlich richte ich mich nach positiven Attraktoren in meiner Umgebung aus und versuche negative Reize zu vermeiden. Da gibt es keinen freien Willen, ich bin abhängig von dem, das mir zustößt.

Man könnte fast sagen, ich wäre die Reflektion dessen was passiert und die Täuschung besteht darin, das ich mir einbilde, diese Reflektion auf irgendeine Art und Weise manipulieren zu können. Sollte ich das können entsteht wieder eine neue, komplexere Einbildung der Wirklichkeit. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erwähnen, das ich bei meiner Beschäftigung mit Obertongesang auf den Sachverhalt gestossen bin, das man seine eigene Stimme nicht so hört, wie sie in Wirklichkeit klingt. Man hört nur die Reflektion seiner Stimme, in der alle Eigengeräusche des Mundinnenraumes, des Kehlkopfes und die Obertöne fehlen. Deshalb ist man auch von der Fremdheit einer Tonaufnahme von sich meist überrascht.

3.12.08 13:52
 


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